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Von der Urzeit Mudzborg, 7

Notsituation! Die Mudzborgh war die Rettung für „Heinrich der Löwe“

Alle deutschen Fürsten wählten im Jahr 1152 den Hochstaufer Friedrich I. Barbarossa zum König. Drei Jahre später (1155) reiste Friedrich I. in Begleitung seines Vetters - dem Welfen „Herzog Heinrich der Löwe“ - nach Rom. „Friedrich I. Barbarossa“ sollte zum Kaiser gekrönt werden. Die norditalienischen Lombarden waren dagegen. Sie wollten keinen deutschen Kaiser mehr. Den Eingang zur Stadt Rom musste sich Friedrich I. erkämpfen. Die Situation wurde für ihn sehr bedrohlich. Nur der tapfere Angriff von „Heinrich der Löwe“ machte den Weg in die ewige Stadt frei. Dank des Herzogs „Heinrich der Löwe“ wurde Friedrich I. vom Papst als Kaiser des „Heiligen Römischen Reiches" und Beschützer der Heiligen Stadt gekrönt.
 
Seit dieser Heldentat im Jahr 1155 wuchs die Macht von „Heinrich der Löwe“ im deutschen Reich ständig.
Er hatte sich alle Rechte erkämpft und der Kaiser ließ seinen Vetter - auf Kosten der Ländereien anderer Fürsten und Bischöfe - seine Gebiete um die Herzogtümer Sachsen und Bayern erweitern. Der Herzog „Heinrich der Löwe“ wurde - trotz aller Proteste der anderen Fürsten - immer mächtiger. Fast genau so mächtig wie Kaiser „Friedrich I. Barbarossa“ aus der Dynastie der Hochstaufer. Die Politik von „Heinrich der Löwe“ wurde immer aggressiver. Er hatte Hunger auf mehr Land, auf mehr Besitz. Er war der Meinung nur mit seiner Hilfe ist Friedrich I. in die Stadt Rom gekommen und wurde damit Kaiser. Das verdankte Kaiser Friedrich I. nur ihm allein. Und deshalb hatte nur er unter allen Fürsten das volle Vertrauen des Kaisers. Allerdings brachte das die anderen Fürsten und Bischöfe in Wut. Die Beschwerden über Herzog Heinrich wurden immer häufiger, aber der Kaiser überhörte alle Klagen. Er unternahm dagegen nichts.
 
Die Situation änderte sich im Jahr 1176.
Die norditalienischen lombardischen Städte weigerten sich, die vertraglich festgelegten Steuern an den römischen deutschen Kaiser zu zahlen. Sie wollten frei sein und gründeten eine „Städteunion" um sich gegen den Kaiser die Freiheit der Städte zu erkämpfen. Sie waren entschlossen, dem Kaiser die Stirn zu bieten. Der Kaiser wusste, damit würde sein Kaiserreich finanziell am Ende sein. Das Kaiserreich war in Gefahr. Er musste schnellstens einen Feldzug gegen die lombardischen Städte in Norditalien unternehmen. Sie mussten für diese Freveltat bestraft werden. Er rief seinen Vetter „Heinrich der Löwe“ zu sich und verlangte seine Gefolgschaft. Beihilfe für diesen Feldzug. Heinrich der Löwe überlegte und dachte: „wenn er jetzt nach Italien in den Krieg ziehe, müsste ich meine Soldaten aus den neuen eroberten Gebieten des Herzogtums abziehen. Das würden die anderen Fürsten ausnutzen, um sich die Gebiete wieder zurück zu holen“. Daraufhin sagte Heinrich der Löwe: „Diesmal kann ich dir, mein Kaiser, nicht beistehen, ich hätte selbst viele Probleme mit meinen Besitzungen.“ Auch seine Allodialbesitzungen wären in Gefahr.
 
Kaiser „Friedrich I. Barbarossa“ wurde „Rot vor Wut“ und sagte: „Habe ich dir nicht alles gegeben, ich habe immer zu dir gehalten und dafür alle Klagen der anderen Fürsten und sogar der mächtigen Kirche abgewehrt, das ist der Dank dafür?" Heinrich sagte: „Es gibt eine Möglichkeit, um mich zur Hilfe zu bewegen, du weißt, die Stadt Goslar gehört rechtlich zu dem Territorium meines Herzogtums Sachsen, wurde aber vom Kaisertum ausgesondert, das Kaiserreich hat dort eine Pfalz errichtet und Goslar zur Kaiserstadt gemacht, aber in Wirklichkeit gehört Goslar zum Herzogtum Sachsen, gib es mir wieder und ich werde dir in diesem Feldzug beistehen und dienen".  
 
Barbarossa sagte sofort „Nein! Das kommt nicht in Frage“. Der Herzog möge an seine Pflicht für das Deutsche Reich denken. Nach diesem Feldzug könne man über vieles nachdenken und reden. Aber jetzt verlangt er als Kaiser die Gefolgschaft der Fürsten. Kaiser „Friedrich I. Barbarossa“ wusste ganz genau: Ohne Goslar und die Silberminen von Rahmelsberg würde das Kaiserreich pleite sein. Was der Herzog von ihm verlangte, würde den sofortigen Ruin der Krone und des Reiches bedeuten. Zu so etwas würde er nie zustimmen. Ganz entschlossen flehte der Kaiser - er ging sogar auf die Knie - und sagte laut: „Du musst mir ohne Wenn und Aber Hilfe leisten! Oder geh mir sofort für immer aus den Augen. Dann werde ich diesen Feldzug eben allein starten.“
 
Noch während des heftigen Streits mit dem Kaiser hatte „Heinrich der Löwe“ Hannover zu einem wichtigen Markt ausgebaut.
Im Jahr 1150, wurde Hannover erstmals als „Honovere" (Hohen Ufer) in der Hildesheimer „Miracula Sancta Benwardi", erwähnt. Im Jahr 1178, während des heftigen Streits mit Kaiser Friedrich I. Barbarossa, ließ Herzog Heinrich der Löwe Hannover als Handelsmarkt für den Handel mit Lüneburger Salz ausbauen. Diesen Handelsmarkt gab er dem Grafen von Roden zu Lehen. Aber erst im Jahr 1241 erhielt Hannover - in der Zeit von „Otto das Kind“, ein Enkel von Heinrich der Löwe - das Stadtprivileg. Im Jahr 1241 kam die Festung Mudzborgh (Misburg) - mit der durch seinen Großvater gegründeten Bruderschaft der Mudzborgh (1182) - in den vollen Besitz der Welfen.
 
Zurück ins Jahr 1176:
„Friedrich I. Barbarossa“ marschierte gegen den lombardischen Städtebund. Es war der 26. Mai 1176, als der Kaiser bei Seprio/Legnano, etwa 30 Kilometer vor Mailand, auf die Bauern des lombardischen Bundes traf. Die lombardischen Bauern kämpften bis zur völligen Vernichtung. Die Schlacht war fast gewonnen. Unerwartet griffen Reiter aus Brecia brutal in die Schlacht ein. Sie zwangen den Kaiser in die Flucht. Mit großem Schmerz musste der Kaiser eine Niederlage verhandeln, die erst im Frieden von Venedig im Jahr 1177 anerkannt wurde.  Danach zahlten die lombardischen Städte viel weniger Steuern an das deutsche Kaiserreich, das mit den großen politischen Unruhen des 12. Jahrhunderts schwer zu kämpfen hatte.
 
Kurze Erklärung über die politische und soziale Lage des deutschen Kaiserreichs während der Regierungszeit „Kaiser Friedrich I. Barbarossa“ im 12. Jahrhundert:
Es war eine Epoche voller Machtkämpfe und Intrigen zwischen Kaiser, Fürsten und Städten. In einer Zeit, wo noch die Wunden des Machtkampfes zwischen Papsttum und Kaisertum herrschten. Das waren Streitigkeiten seit dem großen Investiturstreit zwischen dem Kaiser Heinrich IV. (Salier) und Papst Gregor VII.
Dann kam noch diese schmerzliche Niederlage bei Legnano im Jahr 1176 dazu. Und die finanzielle Lage des Kaisertums, die in einer großen Katastrophe zu enden drohte. Kaiser „Friedrich I. Barbarossa“ musste versuchen die Zentralgewalt im Kaisertum wieder enger zusammenzufassen.
Selbstherrliche deutsche Gebietsfürsten, wie sein Vetter „Heinrich der Löwe“ mussten gestoppt werden. Danach mussten die Städte mit einem Angebot „mehr Freiheit gegen Treue“ zurück gewonnen werden. Das waren am Ende des 12. Jahrhunderts die politischen Ambitionen des Kaisers.
Auch die soziale Situation der damaligen Menschen war schlecht. Ddie Lebenserwartungen der damaligen Untertanen waren höchstens 30 Jahre, da sie vom Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf den Feldern als Bauern schuften mussten. Die Kindheit dieser Menschen endete bereits im Alter von 5 Jahren. Danach, wenn sie nicht schon vorher an Hunger und Krankheiten starben, mussten sie produktiv arbeiten.
Man lebte ganz bescheiden in Häusern aus Holz, Stroh und Naturstein. Es gab sehr wenig zu essen. Der Mann hatte die Gewalt über sein Weib und nach kirchlichem Recht durfte er sein Weib sogar schlagen. Die primitivsten Anbaumethoden der landwirtschaftlichen Nutzflächen verhinderten eine ausreichende Ernährung, die nur durch eine gezielte und ständige Waldrodung erweitert und vergrößert werden konnte. Kaiser „Friedrich I. Barbarossa“ hatte damals keine leichte Regierungszeit.
 
Als erstes gab der Kaiser dem „Heinrich der Löwe“ alleinige Schuld an der Niederlage in Italien.
Der Herzog von Sachsen und Bayern hatte seine eigenen Interessen über die Interessen des Reiches gestellt. Mit diesen Argumenten ließ er die Gebietsklagen der anderen Fürsten und auch der Bischöfe zu. Der Kaiser bestellte den Herzog zu mehreren Gerichtstagungen in Worms, Magdeburg, Kayma, Würzburg und zuletzt Gelnhausen, „Heinrich der Löwe“ ignorierte sie. Er blieb ihnen fern. Daraufhin wurden ihm im Prozess von Gelnhausen im Jahr 1181 - in Abwesenheit - alle Reichslehen (nicht die Allodialbesitzungen) aberkannt. Kurz darauf wurde er mit der Reichsacht belegt. Als vogelfrei deklariert und in ständiger Angst lebte er dann in ständigen Fehden.
Nachdem sich auch die einst treue Stadt Lübeck im Jahr 1181 dem Kaiser unterworfen hatte, gab sich Heinrich der Löwe geschlagen.
Er musste sich beim Reichstag von Erfurt dem Kaiser unterwerfen. Er bat auf den Knien um Gnade, aber der Kaiser blieb hart. Seine eroberten Besitzungen sind ihm sofort aberkannt worden!
Bis zum diesem Tag verfügte „Heinrich der Löwe“ über einen Besitz von mehr als 75 Voigteirechten in Bischofs-Klöster und Stiftkirchen. Nie im Leben hätte der Herzog gedacht, das sein eigener Vetter so hart mit ihm umgehen würde.
 
Die Gattin von „Heinrich der Löwe“, Mathilde, war zusammen mit den Kindern auf der Burg Dankwarderode in Braunschweig und wartete auf gute Nachrichten. Sie wusste: der Druck des Kaisers auf ihren Gemahl wurde im Jahr 1181 immer größer, immer unerträglicher. Heinrich war sich nach dem Prozess von Erfurt ganz sicher, dass sich seine Familie in Lebensgefahr befand und auch seine Ermordung möglich sein konnte. Mathilde schickte einen Boten zu ihrem Vater „Henry II. von Plantagenet“, englischer König. Sie schilderte die gefährliche Situation, mit der Bitte um Hilfeleistung. Es dauerte nicht lange und es kam die Antwort. „England kann zur Zeit keinen Krieg gegen das deutsche Kaiserreich anstreben. Die politische Lage in Europa lässt es nicht zu. Es ist aber bereit, Exil zu gewähren und ein Schiff nach Bremen zu schicken um die Herzogfamilie nach England zu holen. Das Schiff wird bis zu 9 Tagen nach Ostern in Bremen bleiben und warten. Danach würde es nach England zurück segeln - mit oder ohne der Herzogfamilie". „Herzog Heinrich der Löwe“ war sich sicher: Er konnte er nicht in Braunschweig und nicht im deutschen Reich bleiben. Nicht weil er Angst um sich hatte, aber die Sicherheit seiner Familie, der Fortbestand der Welfen, war ihm sehr wichtig.
 
"Heinrich der Löwe“ überlegte, wie er unentdeckt flüchten könnte. Er war sich sicher, dass der Kaiser alle Wege durch Soldaten kontrollieren ließ. Gerade die Wege zwischen Braunschweig und Bayern. Wer könnte ihm noch die Treue halten? Heinrich traute niemanden mehr. Auf einmal kam ihm ein alter treuer Freund, der mit ihm in vielen Schlachten gekämpft hatte - „Ritter Dietrich I. v. Alethen (später von Alten)“ - in Erinnerung. Er war zur damaligen Zeit der einzig treue Freund, dem er vertrauen konnte und der ihm und seiner Familie bei der Flucht helfen könnte.
Die Mudzborgh (Misburg) war etwa einen Drei-Tages-Ritt von Braunschweig entfernt. Er könnte in Eile durch den Nordwald zur Mudzborgh reisen und sich dort erst einmal verstecken, da die Mudzborgh der Bischöfe von Hildesheim immer noch eine sehr geheime Burg in einem sumpfigen Gebiet war! Zu Ostern 1182, begab sich der Herzog mit seiner Familie und Gefolge in großer Eile, in einer Nacht- und Nebel-Aktion, in einem gefährlichen Unternehmen in Richtung Mudzborgh (Misburg).
 
 
An dieser Stelle möchten wir über den Bericht der Flucht des Herzog Heinrich der Löwe und seiner Familie über die Mudzborgh zum Hafen Brema (Bremen) im Jahr 1182, um von dort nach England zu gelangen, eine wichtige Erklärung liefern:     

Über die Flucht des Herzogs und seiner Familie wurde viel geschrieben. Es gibt verschiedene Versionen, die verschiedene Wege beschreiben. Naturgemäß berichtet jeder Chronist aufgrund seiner aktuellen Erkenntnisse. Aber die Geschichtsforschung geht weiter. Immer wieder werden neue Spuren entdeckt.
Bisher sind wir davon ausgegangen, dass sich die Flucht ins Exil im Monat Juni 1182 zugetragen hat. Für diese Auffassung wurden viele Vermutungen angestellt. Mehr waren es aber Spekulationen. Aus unserer Sicht entsprachen sie oft nicht der Realität.

Wie gesagt, die meisten Chronisten stellten die Reise des Herzogs ins Exil für den Monat Juni 1182 fest. Aber wir von der „Bruderschaft der Mudzborgh“ sind uns ganz sicher: Es geschah zu Ostern. Wobei die Herzogsfamilie und Gefolgschaft im sicheren Geleit der Mudzborgh-Ritter - der „Bruderschaft der Mudzborgh“, sicher zum Hafen Brema (Bremen) gelangten.
 
Siehe Jubiläumsausgabe „1000 Jahre Mudzborgh" 2015, auch die Mudzborgh, ist als Zeichnung bei Google: unter Burgen aus Niedersachsen vom „Braun“ zu sehen.
 
„In dem Buch" Geschichte des Hannoverschen Landes", zweiter Abschnitt, 5. Kapitel, Seite 29, da wird richtig berichtet, das Heinrich und seine Familie zu Ostern 1182, ins Exil nach England reisten und das Sie ab Bremen absegelten."
 
Es berichtet der Chronist Juan Carlos Blanco Varela mit der Unterstützung des Chronisten und Publizisten Wolfgang Illmer. Beide sind „Mudzborgh-Ritter“ und Neugründer der „Bruderschaft der Mudzborgh“. Beide sind als Ritter in den spanischen, weltweit bekannten Orden „Enxebre Orde da Vieira" aufgenommen worden. Sie schreiben im Namen der „Bruderschaft der Mudzborgh“, wie die historischen Momente der Geschichte der Mudzborgh (Misburg) sich nach ihren derzeitigen Erkenntnissen wirklich zugetragen haben.