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Von der Urzeit Mudzborg, 7


Die Geschichte der Mudzborgh (Misburg) begann am 25. Dezember des Jahres 983, mit einem historischen Treffen im Kloster Corvey.

Wie bereits bekannt, Misburg ist eine der ältesten Siedlung in Norddeutschland, als Siedlung Mudisa im thüringischen Reich, im Jahr 250 n. Chr. von dem Stamm der Thüringer gegründet, weit früher als Hannover die Stadtrechte bekam. Viele Wissenschaftler stellten fest, dass anhand der prähistorischen Funde, die im Raum Hannover entdeckt wurden, vor 8.000 Jahren am Seelberg (Misburg) Siedlungen entstanden sind und die Frage ist berechtigt: „Ist Misburg die Wiege der Zivilisation im Raum Hannover?“

Wir unterteilen die Geschichte Misburg in drei wichtigen Epochen des heutigen Stadtteils von Hannover:

1. Die Epoche der Siedlung Mudisa, sie beginnt in etwa 300 Jahre v. Chr. mit der Ankunft der ersten germanischen Stämme. Sie nannten diesen für sie heiligen Ort „MUDISA". Das bedeutet „Sumpfgöttin" in ihrer indogermanischen Sprache. der Name MUDISA blieb bis zum Bau der Mudzborgh (994-1013).

2. Die Epoche nach dem Bau der Mudzborgh, geplant und genehmigt im Jahr 983 durch die „Mutter Misburgs", die Kaiserin Theophanu, im Jahr 1013. Fertigstellung durch Bischof Bernward von Hildesheim bis zur Hildesheimer Stiftsfehde (1519-1523).

3. Die Epoche, nachdem die Mudzborgh ausgedient hatte (nach der Hildesheimer Stiftsfehde 1519-1523) und Misburg ab 1593 den heutigen Name erhielt, über das kulturelle Misburg in der Zeit von der Gräfin von Egloffstein, die Industrialisierungszeit mit der Ansiedelung der Zementindustrie, der polnischen Einwanderung ab den 19. Jahrhundert und die 10 Jahre Stadtrechte.

Jeder dieser drei Epochen haben die Geschichte des Landes gemacht und geprägt, aber wir wollen hiermit als erstes klar darstellen, wie und weshalb es zum Bau dieser wichtigen Festung Mudzborgh (das heutige Misburg) gekommen ist. Nach unserem heutigen Wissen haben wir die Gespräche nachempfunden, wie es gewesen sein könnte.


Am 25. Dezember des Jahres 983, wurde Kaiserin Theophanu in einem wichtigen und historischen Treffen im Kloster Corvey, die „Mutter Misburg".

Alles begann an einem kalten Wintertag des Jahres 983, es war sehr frostig als die gerade zur Witwe gewordene Kaiserin Theophanu, mit ihrem treuen Berater Bernward (der spätere Bischof von Hildesheim) mit einer Delegation Richtung Kloster Corvey unterwegs waren. Dort wartete mit Ungeduld Bischof Erpo von Verden auf diesen wichtigen Treff. Otto II. der Gatte von Kaiserin Theophanu, war erst kürzlich an Malaria gestorben, aber die gefährlichen Ereignisse im norddeutschen Reich, ließen der Kaiserin kaum Zeit zur Trauer. Durch die Revolten der Slaven und die Plünderungszüge der Nordvölker (Wikinger), ist ein großes Chaos in Norddeutschland entstanden. Viele Städte sind nicht nur geplündert, sondern sind auch Opfer der Flammen geworden, dazu Menschen die grauenvoll umgebracht wurden. Es war nicht nur eine menschliche Tragödie, es war auch eine wirtschaftliche Katastrophe für Land und Bevölkerung.

Am 25. Dezember 983, hörte sich Kaiserin Theophanu die Sorgen des alten aber sehr betagten und Bischof Erpo von Verden an. Die aktuelle Situation im Norden des Reiches wurde auch von dem Immedinger Sachsen Bernward wiederholt bestätigt. Bischof Erpo schilderte diese tragische Lage und verlangte von der Kaiserin Unterstützung in der Verteidigung des Landes und Landsleute. So konnte es nicht weitergehen, es musste eine neue und effektive Verteidigungslinie aufgebaut werden, um sich in Zukunft gegen diese Grausamkeiten zu schützen. „Meine Kaiserin, ist ihnen bewusst, dass Hamburg, Verden und auch Uelzen, Opfer der Flammen geworden sind?, die Barbaren hinterließen nur verbrannte Erde und Tod, ich als Bischof des Bistum Verden, wäre bereit mich an die Kosten für die Errichtung einer neuen Verteidigungslinie zu beteiligen“, erklärte Bischof Erpo.

Kaiserin Theophanu, die mit großer Besorgnis den Bericht von Bischof Erpo hörte, die er mit ganz vehementen Worten gesprochen hatte, fragte ihren Berater Bernward: „Habt ihr hierzu etwas zu sagen, wieso konnten wir uns nicht oder ganz schlecht gegen diese Wikinger zur Wehr setzen? Gab es keine Einigung für eine solide gemeinsame Verteidigung?". „Meine Kaiserin“, sagte Bernward, „die Landansprüche der Bistümer, sind eine Mauer in der Verständigung für eine bessere und optimale Verteidigung, kein Bischof akzeptiert die damals von den Kaisern, erhaltene und zugesprochene Bistumsgebiete. An den Grenzen der Bistümer Minden und Hildesheim gibt es konstante Kämpfe um das Land, das damals Ludwig der Fromme, im Jahr 815 dem Bistum Hildesheim schenkte. Das Bistum Minden ist der Meinung, dass ihr Gebiet bis nach Sarstedt reiche und sie wollten es mit Macht, auch mit Gewalt, zurückerhalten. Das Bistum Hildesheim meint, das Land, das ihnen König Ludwig der Fromme ausgestattet hat, ist fast genau identisch mit den Grenzen des Gau Astfala zu setzen. Dieser Streit ist der Grund, weshalb es keine Einigkeit gegen die grausamen Invasionen der Nordmänner (Wikinger) in unserem Land gibt".

Eine Zeitlang blieb die Kaiserin still, sie überlegte, dann sagte sie in einem etwas höheren Ton: „Dann erkläre ich hiermit als deutsche Kaiserin sofort mit einer Grenzregulierung der Bistümer auf friedlicher Weise zu beginnen, sonst könnte das Leben in unserem Reich sehr gefährlich werden. Mein treuer Berater Bernward, schreibt bitte meinen Wunsch als Dekret in einer Urkunde, die ich sofort unterzeichnen werde. Ich bitte euch um euren Rat, wie und was sollen wir danach unternehmen, um weiteres Leid der Landsleute zu vermeiden?"

Die Unterredung wurde unterbrochen, ein Bote bat um Zugang zur Kaiserin, mit einer ganz wichtigen Mitteilung. Die Kaiserin ließ den Boten eintreten. Dieser ging auf die Knie und die Kaiserin fragte, was für eine wichtige Mitteilung er bringt, weil er es gewagt hatte, diese Audienz zu unterbrechen. Der Bote sagte „meine Kaiserin, ich bin aus Aachen in Eile und trotz dieser Kälte zu euch geritten, um euch schnellstens diesen wichtigen Brief zu überbringen, er ist sehr wichtig und nur für euere Majestät bestimmt". Kaiserin Theophanu nahm den Brief und ging etwas zur Seite, um ihn zu lesen, sie hatte eine ernste Miene, aber kam sofort zum Gespräch zurück und sagte zum Boten: „Vielen Dank, ihr dürft jetzt zurückreiten, ich werde in ein paar Tagen in Aachen eintreffen um mich dort dieser schlimmen Angelegenheit zu widmen.“ Theophanu nahm wieder Haltung an und sagte: „So und jetzt werden wir weiter über die Situation in norddeutschen Reich beraten". Was meint ihr, wie könnte ich als Kaiserin in dieser Situation helfen? Bischof Erpo erklärte: „Wir brauchen eine große Festung, in die die Menschen in Falle von Raubüberfällen der Wikinger flüchten können und von dort aus sich gut verteidigen können.“ „Es muss zwischen Aller und Weser im Hinterland liegen", sagte Bernward sofort. „Ich gehöre zum Stamm der Immedinger Sachsen und kenne einen sicheren Ort zwischen dem Seckbruch und dem Roderbruch im Moor gelegen, nicht weit weg vom Leinemasch, mitten in einem ausgestreckten und dichten Waldgebiet mit den Namen Mudisa. Es ist ein heiliger geheimer Ort der Sachsen, aber ich bin mir sicher, sie würden dem Bau einer Festung zustimmen, da die Angst über die barbarischen Angriffe und Plünderungen der Nordmänner (Wikinger) in der gesamten sächsischen Bevölkerung sehr groß ist".

Bischof Erpo, der auch als Sachse ein Verwandter von Bernward ist, nickte dazu und meinte: „Ich bin mir sicher das ist das beste Standort um eine Flucht- und Verteidigungsburg zu bauen, aber dafür muss die Siedlung Mudisa weichen, da es auf diesem Gebiet zu wenig festen Boden für einen stabilen Bau inmitten der Sümpfe gibt, wenn es aber zum Bau der Burg kommt, verpflichte ich mich an den Kosten des Baus finanziell zu beteiligen". Kaiserin Theophanu fragte Bernward: „Was meint ihr dazu?". Bernward sagte etwas besorgt „es ist ein schwieriges Unterfangen, aber ich bin mir sicher das wäre eine richtige Entscheidung für eine optimale Abwehr und Verteidigung des Landes". Die Kaiserin erwiderte: „Dann soll es so geschehen, mein treuer Bernward ich gebe euch hiermit die Genehmigung diesen Bau der Festung voran zu bringen, da sie in einem Moorgebiet gebaut werden soll, werden wir sie MUDZBORGH nennen und jetzt möchte ich diese Unterredung beenden, ich muss mich schnellstens um die Krone meines Sohnes Otto III. kümmern. Die Nachricht die ich eben erhalten habe, sagt aus, das Heinrich der Zänker meinen dreijährigen Sohn entführen ließ und sich die Krone des Reiches selbst auf das Haupt setzte und sich als König selbst gekrönt hat, ich werde um die Thronrechte meines Sohnes hart kämpfen müssen!"

Auszug aus dem Jubiläumsheft „1000 Jahre Mudzborgh“:
„Mein guter Bernward“, sagte Theophanu, „euch ist bekannt, dass ich zur Zeit andere sehr wichtige Probleme habe, ich muss mich sofort um die Thronrechte meines Sohnes Otto III. kümmern, aber ich verspreche euch, dass ich mich danach den Sorgen meiner Untertanen im Norddeutschland zuwenden werde".

Mit diesen Versprechen verabschiedete sich Kaiserin Theophanu und verließ das Kloster Corvey. Sie hatte wieder Geschichte gemacht, es war eine kluge Entscheidung dieser großen Dame, die die Politik im Zeitalter der Ottonen beherrschte.

Kaiserin Theophanu hat sich sofort auf den Weg nach Aachen gemacht, aber etwas sehr Wichtiges ist auf diesem historischen Treffen am 25. Dezember 983 im Kloster Corvey passiert, es wurde als Urkunde ein Dekret gesetzt und verabschiedet, eine große Veränderung in der Verteidigungspolitk für das norddeutsche Reich. Es wurde die Regulierung und Festsetzung der Bistumsgrenzen endlich friedlich ausgehandelt.

Der Name Mudzborgh, ist zum erstenmal gefallen, er blieb als Name unseres Heimatortes bis zum Jahr 1593, dann wurde Mudzborgh in den heutigen Namen Misburg umbenannt.

Die Grenzregulierung ermöglichte den Bau der Mudzborgh.

Die Verhandlungen um den Grenzverlauf vom Bistum Minden und Bistum Hildesheim wurde sehr intensiv und gewissenhaft geführt, da auch eine Zustimmung zwischen den Gauen Engern und Ostfalen erzielt werden musste. Nach langen Beratungen mit unterschiedlichen Argumenten, entstand endlich ein Vertrag, der die Grenzen festsetzte. Nach 10-jährigen Verhandlungen und nachdem Kaiserin Adelheid von Burgund, als Regentin des damaligen 11-jährigen und noch unmündigen König Otto III., Druck machte, entstand eine Urkunde im Jahr 992 (etwa ein Jahr nachdem Kaiserin Theophanu 991starb) zur Unterschrift bereit.

Zu den Verhandlungen der Grenzregulierung die sich sehr schwierig und durch den Wechsel der Bischöfe während dieser Zeit, sich immer wieder verzögerten, geben wir eine kurze Erklärung über die Bischöfe, die auf beiden Seiten in dieser langen Zeit vertreten waren:

Auf Mindener Seite war nur Bischof Milo (969-996), er hat durch den Druck von Adelheid von Burgund und dem 11-jährigen Otto III. im Jahr 992,
in der Grenzfrage nachgegeben. Auf Hildesheimer Seite begann Bischof Ottwin (954-984) mit den Verhandlungen, im Jahr 985 war es Bischof Osdag (985-989), der weiterverhandelt hat. Als er starb musste Bischof Gerdag (990-992) in die Verhandlungen eintreten, er hatte mit Bischof Milo von Minden die Einigung erzielt. Gleich danach unternahm er eine Pilgerreise nach Rom, ist aber vor der Unterschrift der Urkunde in Como/Italien gestorben, so das der damalige Berater von Kaiserin Theophanu, Bernward (993-1022) der Nachfolger als Bischof von Hildesheim, die Urkunde in der Siedlung Mudisa unterschreiben durfte.

Die Urkunde über die festgelegten Bistumsgrenzen wurde in einem Festakt auf Mudisa (Misburg) unterzeichnet.

Es war Mitte bis Ende Februar des Jahres 993, als die große Zeremonie zur Unterschrift der Urkunden um die festgelegten Bistumsgrenzen auf der Siedlung Mudisa, mit einen Festakt begann. Über die eingeladenen Zeugen und über die wichtigen Stellen des Protokolls, berichtet H. A. Lüntzel in seinem Buch „Die alte Diözese Hildesheim" und die „Misburger Chronik“ 2012 und die Jubiläumsausgabe „1000 Jahre Mudzborgh“ von 2015.
„Der wichtigste Mann, der diese Zeremonie führte, war der dafür extra eingereiste Chorbischof Friedrich von Mainz. Aus ostfälischer Seite waren Zeugen aus Wennerde (wüster Ort bei Saarstedt), Ruthe, Fallingbostel, Rothum (Kirchrode), Ondertunun (Anderten), Thurnithi (Döhren) und Gleithinge (Gleidingen). Die Siedlung Ondertunun (Anderten), wurde bei dieser Zeremonie durch Bernhard Bidonis, Sohn des Bidos, der älteste Meier aus der Siedlung Ondertunun (Anderten), vertreten".

Für diese historische Zeremonie, Anfang Februar des Jahres 993, wurde in der Mitte der Siedlung Mudisa ein großes Zelt für die ranghohen Besucher aufgebaut. Der Chorbischof Friedrich von Mainz, war der ranghöchste Hirte Gottes, er führte die Zeremonienordnung zwischen den geladenen Zeugen, die die Unterschrift der Urkunden unter Eid bestätigen mussten. Bischof Erpo von Verden (starb einige Tage später), Bischof Dodo von Münster, Bischof Bernward von Hildeshem (kurz nach seinem Amtseintritt), Chorbischof Friedrich von Mainz, Herzog Bernhard und sein Bruder Lüdger, Pfalzgraf Dietrich und sein Bruder Siegebert sowie noch 10 weitere Grafen. Die Urkunde wurde von vielen Zeugen unterschrieben und versiegelt.

Hiermit waren die Grenzen festgelegt, der Grenzverlauf der Bistümer war freiwillig und gesetzlich bestimmt. Somit war der Weg frei für den Bau der im Jahr 983 von Kaiserin Theophanu (die Mutter Misburgs) genehmigten Bau der Mudzborgh, die im August des Jahres 994, durch den ehemaligen Berater und jetzt Bischof Bernward von Hildesheim, begann.

An dieser Stelle möchten wir einen Auszug aus der Jubiläumsausgabe „1000 Jahre Mudzborgh", über „Bischof Bernward und seine Macht 993-1022" bringen:


„Bischof Bernward war ein adliger Sachse aus dem Stamm der Immedinger, damals waren die Liudolfinger, die Brunonen und die Immedinger die wichtigsten Stämme der adligen Sachsen in dem Gebiet um MUDISA (Misburg). Bernward wurde im Jahr 993, (kurz vor der Grenzregulierung) der 13. Bischof des Bistums Hildesheim. Als er Anfang 993 Bischof wurde, herrschte in seinem Bistumsgebiet eine große Trockenheit. Die Ernten sind ausgefallen, danach folgte ein eisiger Winter, das brachte viel Hunger und Tod für viele Menschen. Menschen, die zur damaligen Zeit noch in primitiven Unterkünften hausten. Gegen diese Hungersnot, die viele Krankheiten verursachte, musste Bernward viel Mut aufbringen, um die Ursachen zu beseitigen. Die geistlichen Aufgaben eines Bischofs war nicht von der weltlichen zu trennen, Bernward nahm sich ihrer, mit einer für die Zeit ungewöhnlichen Energie an.


Ritter (Caballeros) in dem weltweiten spanischen Orden „Enxebre Orde da Vieira"
Ein historischer Beitrag über eine Burg, die als geheime Festung gebaut wurde und sehr lange ein Geheimnis geblieben ist. Aber entscheidend für die Menschen und die Geschichte unseres Landes Niedersachsen, besonders im Bistum Hildesheim. Geschrieben vom historischen Chronisten und Zeremonienmeister der Bruderschaft der Mudzborgh, Juan Carlos Blanco Varela mit der Unterstützung des Publizisten Wolfgang Illmer, Gran Canciller der Bruderschaft der Mudzborgh. Beide sind Ritter (Caballeros) in dem weltweiten spanischen Orden „Enxebre Orde da Vieira".